WERKREIHE: ILLUSION, 2013

Ich se­he die ver­lo­cken­den Fes­seln un­se­rer Ge­sell­schaft: Ord­nung und Kon­trol­le, die Ru­he und Le­thar­gie aus­strah­len. Uns funk­ti­o­nie­ren las­sen. Die­se Ord­nung wie auch un­se­re Il­lu­si­on, die Kon­trol­le da­rü­ber zu ha­ben, sind zum Tot­la­chen.

Il­lu­si­o­nä­re Ver­ken­nung
Im en­ge­ren Wort­sinn ist ei­ne Il­lu­si­on ei­ne fal­sche Wahr­neh­mung der Wirk­lich­keit – ei­ne Sin­nes­täu­schung. Wird bei der Wahr­neh­mung wirk­lich Vor­han­de­nes als et­was An­de­res er­lebt (oder für an­ders ge­hal­ten) als es tat­säch­lich ist, dann wird von ‚il­lu­si­o­nä­rer Ver­ken­nung‘ ge­spro­chen. Als Wahn wird nicht ei­ne Wahr­neh­mung, son­dern ei­ne Fehl­be­ur­tei­lung der Re­a­li­tät be­zeich­net, so­zu­sa­gen ei­ne fal­sche Mei­nung da­rü­ber, die – ähn­lich ei­ner fes­ten Über­zeu­gung oder fi­xen Idee – mit ei­ner von der kon­kre­ten Er­fah­rung un­ab­hän­gi­gen Ge­wiss­heit ver­tre­ten wird. Je öf­ter sich Wahr­neh­mungs­ur­tei­le be­stä­ti­gen, um­so mehr wer­den sie als wahr ver­in­ner­licht und dann zu Denk- und Ver­hal­tens­ge­wohn­hei­ten.

„Ord­nung als Fes­sel, Kon­trol­le als Il­lu­si­on.“

© 2013 Edin Mustafic – Illusion

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Ti­tel: Il­lu­si­on | Jahr: 2013 | Se­rie: 4 Ein­zel­auf­nah­men | Tin­te: Ep­son Ul­tra Chro­me K3 Pig­ment Ink | Pa­pier: Hah­ne­müh­le Fine Art Ul­tra­smooth, 305 g/m² | Rah­mung: Mu­se­ums­rah­mung schwarz, Stär­ke: 30 mm, Ga­le­rie­kar­ton, Mu­se­ums­pas­se­par­tout schwarz (2 mm), Mu­se­ums­rück­kar­ton, säu­re­frei | Glas: Cla­ri­ty 92% / Mu­se­ums­glas

Edi­ti­on A: 1 (+1 AE) | Print: 48,3×36,4 cm | Rah­men: 50×38 cm
Edi­ti­on B: 1 | Print: 96,6×72,9 cm | Rah­men: ca. 100×75 cm

  • 24.02.–27.02.2022
    JUST­MAD (XIII Edi­ti­on) Con­tem­po­ra­ry Art Fair
    Pa­la­cio Nep­tu­no, Ma­drid (ES)
  • 26.02.–01.03.2020
    ART MA­DRID 2020 (15th Edi­ti­on) Con­tem­po­ra­ry Art Fair
    Pa­la­cio de Ci­be­les, Ma­drid (ES)

Werk­no­tiz, Wien 2013:
Ent­stan­den im Rah­men ei­nes Uni­ver­si­täts­pro­jekts zur künst­le­ri­schen Fo­to­gra­fie: Als Ka­me­ra dien­te ei­ne um­ge­bau­te Il­ly-Kaf­fee­do­se als Loch­ka­me­ra (Pin­ho­le) mit ei­ner Be­lich­tungs­zeit von rund ei­ner Mi­nu­te. Fo­to­gra­fiert wur­den pro­fa­ne Trans­port­git­ter­bo­xen – durch die ex­tre­me Per­spek­ti­ve und die Be­we­gungs­un­schär­fe ent­steht je­doch ei­ne op­ti­sche Täu­schung, als wür­de man vor mo­nu­men­ta­len Hoch­haus­fas­sa­den ste­hen. Die Ord­nung der Lo­gis­tik ver­wan­delt sich in die Il­lu­si­on ur­ba­ner Macht.