WERKREIHE: TREE OF LIFE, 2022

Fern­öst­li­che Äs­the­tik trifft auf ra­di­ka­le gra­fi­sche Re­duk­ti­on: Aus der Frosch­per­spek­ti­ve be­trach­tet, löst sich der Baum aus sei­nem na­tür­li­chen Kon­text und ver­wan­delt sich in ei­ne sub­jek­tiv kon­stru­ier­te Re­a­li­tät. Vor ei­nem war­men, zart ver­gilb­ten Grund, der an die Ma­te­ri­a­li­tät von his­to­ri­schem Reis­pa­pier er­in­nert, durch­schnei­den die sat­ten Schwarz­wer­te der Äs­te den Raum wie wuch­ti­ge Pin­sel­hie­be ei­ner asia­ti­schen Tu­sche­zeich­nung.

In die­sem streng kal­li­gra­fi­schen Ras­ter ent­fal­tet sich ei­ne prä­zi­se aus­ta­rier­te Farb­har­mo­nie: Die ver­streu­ten, zar­ten Ro­sé- und tie­fen Rot­tö­ne durch­bre­chen das mo­no­chro­me Ge­rüst und ver­dich­ten sich zu ei­nem pul­sie­ren­den All-Over. Die­se or­ga­ni­schen Farb­tup­fer set­zen leuch­ten­de Kon­tra­punk­te zur Stren­ge der schwar­zen Li­ni­en und er­zeu­gen ei­ne fei­ne chro­ma­ti­sche Span­nung. Oh­ne Bo­den und Hori­zont ver­liert der fo­to­gra­fi­sche Raum sei­ne west­li­che Zen­tral­per­spek­ti­ve; was bleibt, ist ein me­di­ta­ti­ves Ge­flecht, das den Blick zwi­schen for­ma­ler Stil­le und ex­pres­si­ver Farb­dy­na­mik fes­selt.

“Kalligrafie der Natur”

© 2022 Edin Mustafic – Tree Of Life

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Titel: Unscharf #01 | Jahr: 2013 | Print: 30×30 cm | Tinte: Epson Ultra Chrome K3 Pigment Ink | Papier: Hahne­mühle Fine Art Ultra­smooth, 305 g/m² | Rahmung: Museums­rahmung weiss, Dimen­sionen: (ca.) 60×40 cm, Stärke: 30 mm, Galerie­karton, Museums­passe­partout weiss Stärke: 3 mm, Museums­rück­karton, säure­frei | Glas: Clarity 92% / Museums­glas | Serie: 13 Einzel­aufnahmen

Edition A (P: 30×30 cm): 1 (+1 AE)
Edition B (P: 50×50 cm): 1 (+1 AE)
Edition C (P: 100×100 cm): 1

  • 23.02.–26.02.2023
    JUST­MAD Con­tem­po­ra­ry Art Fair
    Pa­la­cio Nep­tu­no, Ma­drid (ES)
    www.justmad.es
  • 04.11.–05.11.2022
    FIABCN – Fi­ra In­ter­na­cio­nal d’Art de Bar­ce­lo­na
    Mu­seo Ma­rí­ti­mo, Bar­ce­lo­na (ES)
    www.fiabcn.com
Werk­no­tiz, Wien 2022:
Ent­stan­den bei ei­nem ver­meint­lich ba­na­len Spa­zier­gang im Wie­ner­wald. Der An­spruch glich der Neu­er­fin­dung des Ra­des: Wie ent­zieht man ein der­art ab­ge­nutz­tes Mo­tiv wie den Baum der klas­si­schen Na­tur­fo­to­gra­fie? Die Lö­sung fand sich nicht im Mo­tiv selbst, son­dern in der ra­di­ka­len Ma­ni­pu­la­ti­on sei­ner Para­me­ter. Der ge­ziel­te Ein­satz von poin­tier­ter Far­be ge­gen har­te, tief­schwar­ze Kon­tras­te bricht die or­ga­ni­sche Struk­tur auf und er­zwingt ei­ne völ­lig ei­gen­stän­di­ge, künst­li­che Äs­the­tik.