WERKREIHE: HP ILFORD 100 DELTA, 2021

In der tra­di­ti­o­nel­len Fo­to­gra­fie ist das Ma­te­rial ein un­sicht­ba­rer Diener: Der Film ver­schwin­det hin­ter dem Mo­tiv, er agiert im Ver­bor­ge­nen, im Back­stage des Ent­ste­hungs­pro­zes­ses. Hier voll­zieht sich ein ra­di­ka­ler Rol­len­tausch. Der Trä­ger selbst tritt ins Schein­wer­fer­licht und wird zur Haupt­fi­gur. Sei­ne phy­si­sche Ge­gen­wart, die Zäh­lung und Gra­fik des Schutz­pa­piers so­wie die Span­nung der Wick­lung be­stim­men den Raum.

Die Re­duk­ti­on auf rei­ne Schwarz-Weiß-Ver­läu­fe se­ziert das We­sen des Lichts: Fein ab­ge­stuf­te Grau­wer­te und tie­fe Schat­ten schaf­fen ei­ne skulp­tu­ra­le Har­mo­nie, die zum in­ten­si­ven Hin­se­hen ver­lei­tet. Das Me­di­um bil­det nicht mehr ab, son­dern kon­sti­tu­iert sich selbst als au­to­no­mes Kunst­ob­jekt – ein äs­the­ti­sches Spiel zwi­schen ma­te­ri­el­ler Form und kon­zep­ti­o­nel­ler Ord­nung.

„Aus dem Back­stage auf die Büh­ne: Das Me­di­um als Kunst­ob­jekt.“
Edin Mustafic Fotografie, Serie HP Ilford: Schwarz-Weiß-Fotografie auf glänzendem Fotopapier, Hommage an den analogen Ilford Delta 100 Film.

© 2021 Edin Mustafic – HP Ilford 100 Delta, 2021

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Werk­no­tiz, Wien 2021:
Ei­ne ech­te Si­sy­phos­ar­beit. Den Roll­film mit sei­ner un­bän­di­gen Ei­gen­span­nung ge­nau so zu bän­di­gen und zu dra­pie­ren, bis die Kur­ven und Schat­ten stimm­ten, er­for­der­te un­zäh­li­ge An­läu­fe. Und trotz al­ler Akri­bie be­hielt der Zu­fall das letz­te Wort: Ein Hauch von Be­we­gung, ein un­kon­trol­lier­tes Nach­ge­ben des Ma­te­ri­als – und ge­nau dar­aus er­wuchs die per­fek­te, span­nungs­vol­le Skulp­tur.