WERKREIHE: REALITÄT 5.5, 2020
Die Serie thematisiert Irrationalität, Relevanz und Eskapismus als Bewusstseinszustände. Letzterer meint vor allem die Verweigerung gesellschaftlicher Zielsetzungen und Handlungsmuster. In Anlehnung an Peter Handkes Bestimmung des Utopischen in der Kunst ermöglicht erst die radikale Distanz zur Realität deren Veränderung: Der Ausstieg wird zur Form des Widerstands gegen gesellschaftliche, politische und mediale Zwänge.
Die Arbeit stellt sich bewusst der modernen Reizüberflutung entgegen. In einer durch mediale Massenhypnose geprägten Umgebung setzt die Fotografie auf Unschärfe und harte Kontraste. Das Gesehene wird nur noch angedeutet; wenige Linien symbolisieren Welt- und Lebensereignisse schemenhaft, ohne konkrete Inhalte vorzugeben.
„Wo die Schärfe schwindet, beginnt die Reflexion.“
© 2020 Edin Mustafic – Realität 5.5
Titel: Realitätsverlust 5.5 | Jahr: 2020 | Tinte: Epson Ultra Chrome K3 Pigment Ink | Papier: Hahnemühle Fine Art Ultrasmooth, 305 g/m². Rahmung: Museumsrahmung weiß, Stärke: 30 mm, Galeriekarton, Museumspassepartout weiß (3 mm), Museumsrückkarton, säurefrei | Glas: Clarity 92% / Museumsglas. | Serie: 9 Einzelaufnahmen.
Edition A: 30×30 cm | Rahmen ca. 40×40 cm | 1 (+1 AE)
Edition B: 50×50 cm | Rahmen ca. 60×60 cm | 1 (+1 AE)
Edition C: 100×100 cm | Rahmen ca. 110×110 cm | 1
Werknotiz, Wien 2020:
Wie viel Information braucht das Bild, um Wirklichkeit noch zu bezeugen? Im radikalen Auflösen aller Details entgleitet der Gegenstand seiner medialen Verwertbarkeit. Was bleibt, ist das reine Schema – eine Leere, die den Betrachter auf die Konstruktion seiner eigenen Wahrnehmung zurückwirft.