WERKREIHE: TEMPORALITY, 2017

Der Tod mar­kiert nicht zwangs­läu­fig das ab­so­lu­te En­de, son­dern ei­nen ra­di­ka­len Funk­ti­ons­wech­sel. Er­lischt das or­ga­ni­sche Le­ben, en­det zwar je­de bio­lo­gi­sche Be­stim­mung – doch ge­nau in die­sem Mo­ment des Still­stands be­ginnt ei­ne me­ta­mor­phi­sche Trans­for­ma­ti­on. Die ver­welk­te Form löst sich von ih­rer ur­sprüng­li­chen Be­deu­tung und kon­sti­tu­iert sich neu: als Ob­jekt ei­ner stil­len, un­end­li­chen Dau­er. 

Die Fo­to­gra­fie friert die­sen Über­gang ein und ent­zieht den Ver­fall der Ver­gäng­lich­keit. Was ein­st ver­ging, wird im Bild zu ei­nem zeit­lo­sen Re­likt – das Le­ben er­lischt, doch die Ge­stalt über­dau­ert als künst­le­ri­sche Kon­stan­te.

„Vom Ver­fall zur Dau­er – das Ende als Trans­for­ma­ti­on.“

© 2017 Edin Mustafic – Temporality

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Ti­tel: Zeit­lich­keit (Tem­po­ra­li­ty) | Jahr: 2017 | Tin­te: Ep­son Ul­tra Chro­me K3 Pig­ment Ink | Pa­pier: Hah­ne­müh­le Ba­ryt, 305 g/m² | Rah­mung: Mu­se­ums­rah­mung weiß, Stär­ke: 30 mm, Ga­le­rie­kar­ton, Mu­se­ums­pas­se­par­tout weiß (3 mm), Mu­se­ums­rück­kar­ton, säu­re­frei | Glas: Cla­ri­ty 92% / Mu­se­ums­glas | Se­rie: 9 Ein­zel­auf­nah­men. 

Edi­ti­on: 3 (+1 AE) | Print: 28,2×33,9 cm

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Werk­no­tiz, Wien 2017:
Ich woll­te dem Tod ei­ne neue Funk­ti­on ge­ben. Aus­gangs­punkt war ei­ne ein­zel­ne, ver­welk­te Ro­se: In un­ter­schied­li­chen kon­zep­ti­o­nel­len An­ord­nun­gen und vor ra­di­kal re­du­zier­tem Hin­ter­grund ha­be ich ih­re morbi­de Ma­te­ria­li­tät se­ziert. Der bio­lo­gi­sche Zer­fall wird nicht be­trau­ert, son­dern kom­po­si­to­risch re­ak­ti­viert – ein abs­trak­tes, neu­es “Le­ben” als äs­the­ti­sches Kon­strukt.