WERKREIHE: UNVERKÄUFLICH, 2019

Das nack­te De­no­tat un­er­bitt­li­cher Un­ter­drü­ckung ist auf dem Kunst­markt ein Pro­blem: Es ist schlicht un­ver­käuf­lich. Ein ver­stumm­ter, ver­hüll­ter Kör­per stört die bür­ger­li­che Wohn­zim­mer­wand. Die Lö­sung bie­tet ein ab­sur­des Da­da-Up­grade: Man ste­cke zwei Blüm­chen an das ver­schnür­te Bün­del, und schon kip­pen die Kon­no­ta­ti­o­nen ins Ge­fäl­li­ge. Das Re­al-Trau­ma­ti­sche wird zur iro­ni­schen Po­se er­klärt.

Je lä­cher­li­cher das Zei­chen, de­sto rei­bungs­lo­ser der Ver­kauf. Die Be­deu­tung wird nicht et­wa auf­ge­löst, son­dern als stum­mes Re­likt der “mo­der­nen Äs­the­tik” ka­pi­ta­li­siert. “Mo­dern” fun­giert als Zau­ber­wort, das je­de ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung ent­sorgt: Ein De­ko-Ob­jekt mit Tief­sinn-Ga­ran­tie, des­sen Hohl­form ge­fei­ert wird, weil es we­der weh­tut noch han­delt.

„Erst wenn das Lei­den zur Farce wird, fin­det es ei­nen Käu­fer.“

Konzeptkunst von Edin Mustafic, Serie Unverkäuflich: [Hier beschreiben, was genau zu sehen ist, z.B.: Stillleben mit Preisschildern], kritische Auseinandersetzung mit dem Kunstmarkt.

© 2019 Edin Mustafic – Unverkäuflich

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Ti­tel: (Un)ver­käuf­lich | Jahr: 2018 | Se­rie: 10 Ein­zel­auf­nah­men | Tin­te: Ep­son Ul­tra Chro­me K3 Pig­ment Ink | Pa­pier: Hah­ne­müh­le Fine Art Ul­tra­smooth, 305 g/m² | Rah­mung: Mu­se­ums­rah­mung weiß, Stär­ke: 30 mm, Ga­le­rie­kar­ton, Mu­se­ums­pas­se­par­tout weiß (3 mm), Mu­se­ums­rück­kar­ton, säu­re­frei | Glas: Cla­ri­ty 92% / Mu­se­ums­glas | Print 1: 42,3×42,3 cm | Rah­men: 50×50 cm | Edi­ti­on A: 1 (+1 AE)
  • 24.02.–27.02.2022
    JUST­MAD (XIII Edi­ti­on) Emer­ging Art Fair
    Pa­la­cio Nep­tu­no, Ma­drid (ES)

Werk­no­tiz, Wien 2019:
Nie­mand will die ver­stumm­te Fi­gur ha­ben. Sie war zu dü­ster, zu schwer, schlicht un­ver­käuf­lich für die heile Wand zu Hau­se. Also ha­be ich ihr aus rei­nem Zynis­mus zwei Gän­se­blüm­chen auf­ge­setzt – und plötz­lich funk­tio­niert es. Ich ma­che das Schreck­li­che zur Al­bernheit, und der Markt applaudiert dem “Witz”. Mit je­dem Blick auf die­se Blü­ten er­tap­pe ich mich selbst da­bei, wie leicht sich Be­trof­fen­heit durch ei­ne hüb­sche Poin­te ent­sor­gen lässt.